Misanthropen-Blog

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Mangelware

Kann es sein, dass in unserer Volkswirtschaft eine Woche vor Weihnachten ein eklatanter Mangel an roten Christbaumkerzen herrscht? Weiße? Kein Problem, jede Menge da. Rote? Ausverkauft. Jedenfalls jage ich seit einer Woche den Dingern hinterher und erst im neunten Laden habe ich heute welche gekriegt, aber auch nur, weil die so gut versteckt waren, dass selbst die Verkäuferin bei Nanunana (da geh ich sonst NIE rein!) die Filialleiterin fragen musste, und die hat sie mir dann gezeigt. Das Erfolgserlebnis war grandios. So muss es in der DDR gewesen sein, wenn man die letzten Bananen ergattert hat.
Was hätten die Drogerien für ein Geschäft machen können, trotz Wirtschaftskrise und Klimakatastrophe. Kann sich unser Land DAS leisten? Hoffentlich wird dieser Eintrag von den richtigen Stellen wahrgenommen, damit das nächstes Jahr nicht wieder so ein Disaster wird.
Den Baum habe ich bei Ikea gekauft - deshalb ist er auch ziemlich krumm. Aber da war er am billigsten, und es gibt noch eine Abwrackprämie von 5 Euro. Das macht ja nun anscheinend Schule.
Ach, darf man eigentlich noch Kerzen anzünden, oder ist man dann ein Klimaschwein, ähnlich wie ein furzendes Rind oder ein In-den-Urlaub-Flieger? (Äh - die Sache mit den Osterinseln hab ich aus Gewissensgründen gestrichen.)
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Freitag, 4. Dezember 2009

Grauer Alltag

Mist, jetzt muss ich wieder alles selber machen. Kein Frühstücksbuffet mehr, kein Suppen-Salatbuffet, kein Kuchenbuffet und keine sechsgängigen Abendmenüs mehr. Gut, der Figur kommts zu Gute, aber schön war's schon. Und so bequem. Und Schnee gab's auch in Gstaad. Nur Polanski war noch nicht da, aber das macht nichts. Der hätt ja eh nicht raus dürfen aus seiner bescheidenen Unterkunft.
Gelesen habe ich unter anderem zusammen mit dem geschätzten Kollegen Peter Godazgar, dessen Halle-Krimis herrlich skurril sind.
Ja, und jetzt ist es vorbei mit den fünf Sternen, nun hat mich der Alltag wieder. Ich muss selber kochen, selber putzen, einkaufen ... der Hund hat heut schon auf den Teppich gekotzt, willkommen zu Hause. Wenigstens haben sie gegenüber den Hansi abgehängt.
Ach, und morgen darf ich zusammen mit unserer neuen Arbeitsministerin Frau von der Leyen vor der Oper Kekse verkaufen - für nen guten Zweck, versteht sich. Das hat man nun davon ...
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Montag, 23. November 2009

Grausamkeiten

Bin ich froh, dass es schon dunkel ist. Gegenüber von meinem Wohnzimmerfenster hängt seit heute ein neues Plakat. Das wechselt wöchentlich. Vor zwei Wochen klebte da Werbung für "echte Körper", so ein Gunter-von-Hagens-Dings, wofür sie mit einem enthäuteten Körper geworben haben. War schon nicht nett anzusehen. Aber was jetzt da hängt, ist noch viel, viel, viel schlimmer. Hansi Hinterseer! Grinsend wirbt er für seine Tour. Mir hats heut Morgen fast die Tasse aus der Hand geschlagen.
Gottseidank fahr ich übermorgen in die Schweiz
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Samstag, 24. Oktober 2009

Gesellschaft 2.0

Aus einem Artikel der "Zeit":
Das Web 2.0 (...) verdrängt nicht nur die alten Medien, sondern lässt einen neuen, gleichsam alten Menschentypus auf die Bühne treten: den sozial hyperaktiven, den um Status und Witz kämpfenden Höfling, den reaktionsschnellen und bewertungssüchtigen, den geistreichen Parvenü. Er verachtet all jene, die nicht aus der Deckung kommen. Sie werden eh hinweggefegt werden: die Geisteswissenschaftler altväterlicher Manier mit klobigen Büchern, die ängstlichen Journalisten, die sich an ihre Festanstellung klammern, die verbildet Hochnäsigen, die im gewitzten sozialen Austausch im Netz nur Oberflächlichkeit wittern. Das ist die alte, die durch und durch unerotische Welt, die immer noch nicht begreift, dass die Programmierer weniger, aber rasant wachsender Internetkonzerne die neuen Sonnengötter sind. Der Souverän ist nicht mehr souverän. (...)
Der vollständige Artikel: http://www.zeit.de/2009/44/Gesellschaft-Soziale-Netzwerke?page=2
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Donnerstag, 24. September 2009

Gestern nach bestimmt

20 Jahren mal wieder Lotto gespielt und NICHTS gewonnen. Na, die können jetzt aber wieder lange warten, bis die mich kriegen!
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Freitag, 28. August 2009

LeserInnen?

Gestern hatte ich das Vergnügen, eine neue Autorin der von mir herausgegebenen Krimireihe im zu Klampen Verlag vorstellen zu dürfen. In meiner kleinen Hommage an Ilka Sokolowski und ihren Roman "Die heimliche Geliebte" benutzte dich die Formulierung "... und führt ihre Leser..."
usw.
Kam doch in der Pause eine Dame (Typ pensionierte Studienrätin) zu mir und wies mich in aller Güte aber doch sehr beleidigt darauf hin, dass sie sich als Frau von mir nicht angesprochen fühlte, und wo doch so viele Frauen im Publikum säßen, müsste ich doch Leser und Leserinnen explizit ansprechen. Schließlich hätte eine ganze Generation von SprachwissenschaftlerInnen (!) und FeministInnen dafür gekämpft ...
Ich drehte mir während ihres Vortrages eine Zigarette und verdrehte innerlich die Augen und hielt dagegen, dass diese Politikersprache nun mal absolut nicht die meine ist, dass sich die SprachwissenschaflerInnen was mich betrifft, den Kampf hätten sparen können und sich mein Selbstverständnis und Selbstbewusstsein als Frau keineswegs aus solchen verquasten Formulierungen speist. Im übrigen fühle ich mich bei " die Leser" durchaus angesprochen. Wenn ich "die Bienen" sage, sind ja auch alle Bienen gemeint - die männlichen und die weiblichen.
Wir kamen zu keinem Konsens, aber ich versprach, mich bei künftigen öffentlichen Auftritten dem Thema sensibler zu nähern. Ich werde also demnächst diese Klippe möglichst elegant umschiffen: "Liebe Lesende" "... führt ihre Leserschaft ..."
Wo wir schon bei den Sprachwissenschaftlern sind, noch ein kleiner Exkurs zum generischen Maskulinum
Möge sich jeder - und jede - seine - und natürlich auch ihre - Meinung bilden....
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Samstag, 25. Juli 2009

Mehr Licht!

Nach monatelangem Energiesparlampen-Gefunzel hab ich mir jetzt eine gute alte Leuchtstoffröhre an die Küchendecke geknallt. Helles, weißes Neonlicht wie im Seziersaal - wunderbar! Man SIEHT wieder was! Hat eignentlich schon mal jemand untersucht, ob es mehr Depressionen gibt, seit Energiesparlampen auf dem Vormarsch sind? Und ob Leute vermehrt Brillen brauchen?
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Freitag, 26. Juni 2009

Wie traurig,

Jacko ist tot. Okay, er mag als Person ja ziemlich durchgeknallt gewesen sein, aber er war halt auch einer der genialsten Musiker jüngerer Zeit. Sein Album Thriller hört sich immer noch so frisch an, als hätte er gestern geschrieben. Irgendwie fehlt er mir.
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Mittwoch, 24. Juni 2009

Wie man kriminell wird ...

Vor einem Jahr etwa habe ich mir so ein kleines, knuffiges TomTom-One gekauft. Nun hat das Ding am Wochenende angefangen zumzuzicken, erst nur ganz schlechter Empfang, dann hat sich die Software aufgehängt und das Gerät war gar nicht mehr zu starten. Dieser Fehler ließ sich nach einem Telefonat mit der Hotline und einigem Hin- und Herkopieren rasch beheben.
Der Apparat startet wieder - nur sind seitdem meine Karten weg. Nach ungefähr sechs Emails verteilt über zwei Tage und weiteren vier Telefonaten mit der Hotline (Minutenpreis 14 Cent) bin ich nun soweit informiert, dass ich mir einen neuen Karten-Datensatz kaufen darf. Denn ich wäre verpflichtet gewesen, eine Sicherungskopie zu erstellen - was ich natürlich mal wieder nicht gemacht habe, okay. Aber hat der Laden schon mal was von Kulanz gehört?
Wundert es da jemanden, wenn ich nun versuche, auf nichtlegalem Weg an diese Daten zu kommen? Und wer hierzu einen streng vertraulichen Tipp hat - nur her damit. (Muss ja nicht auf dieser Seite sein.)
1726

Freitag, 12. Juni 2009

Das Schweigen der Krebse

Dieser Tage war ich zu einem "Koch-Event" eingeladen. Unter anderem gab es Flusskrebse. Nicht etwa aus der Tiefkühlpackung, nein, die armen Kreaturen waren LEBENDIG. Die Aufgabe der Köche war es nun, die Tiere ins kochende Wasser zu werfen, worin sie angeblich sofort sterben würden.
Ich fand's ziemlich brutal.
Da ich das Morden jedoch nicht verhindern konnte, dachte ich mir - man ist seinem Ruf ja was schuldig - ich müsste mich wenigstens daran beteiligen. Nur essen gilt ja nicht. Und so habe ich vier oder fünf dieser schönen Tiere eigenhändig im kochenden Sud versenkt. Wenn schon gemordet wird, dann will ich auch dabei sein.
Aber ich esse nie wieder Flusskrebse, denn seither ist mir klar, dass an so einem winzigen Happen Flusskrebs-Schwanz, den man am Ende zu essen kriegt, ein ziemlich großes, schönes, lebendiges Tier hängt. Das wäre ungefähr so, als würde man vom Schwein nur den Schinken essen oder von der Kuh nur das Filetsteak.
Pervers.
Und ich muss jetzt zusehen, wie ich mein Karma wieder auf Vordermann bringe ...
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StrengVertraulich

Blog der Krimiautorin Susanne Mischke

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