Landleben-blog
Seit zwei Tagen ertönen, wann immer ich vors Haus trete, frivole Pfiffe. Zuerst hatte ich die Arbeiter von der Baustelle um die Ecke im Verdacht, dann diverse ältere Herren aus der Nachbarschaft.
Heute morgen hat sich das Ganze nun aufgeklärt. In der Birke vor dem Haus hockt ein Graupapagei. Für eine Krimiautorin natürlich ein Klacks, den Halter des Vogels zu ermitteln und in Kenntnis zu setzen - allein, es nützt nichts. Die Nachbarschaft steht auf der Straße herum und verrenkt sich den Hals, die halbe Vogelbesitzer-Familie hüpft sein Stunden flötend und trötend, lockend und rufend um den Baum herum, aber das blöde Vieh kommt ums Verrecken nicht runter. Wenn das noch länger so geht, erwäge ich den Verkauf von Bier und Bratwürsten - für irgendwas muss der Aufstand vor der Tür ja gut sein.
Im Moment ist Ruhe - verdächtig. Entweder, sie haben resigniert, sie schicken nach einer Kampfkatze oder es fährt jetzt gleich die Feuerwehr vor. Bin auf alles gefasst und werde live vom Ort des Geschehens berichten ...
SusanneM - 19. Aug, 11:44
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Bei uns auf dem Lande ist sind die Geschlechterrollen noch ganz klar umrissen. Oder wie sonst darf ich es verstehen, dass ich heute morgen, mit einer Handvoll Schrauben und Dübel vor der Kasse von "Holz-Müller" stehend, vom Inhaber, einem gut gelaunten älteren Herrn, mit den Worten: "Na, Sie Bastlerkönigin", begrüßt werde?
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Schlecht fürs Karma, ich weiß, aber seit gestern habe ich schon mindestens hundert Fliegen erschlagen. Es ist eine Invasion! Plötzlich sind im ganzen Haus Fliegen, überall! Man sieht mich nur noch mit der Klatsche in der Hand rumlaufen, und jetzt kacken sie mir sogar noch auf den Bildschirm, Sakra, jetzt reichts!
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Gestern kam ich von einem Kurztrip ins Allgäu zurück, und ehe ich losfuhr, bin ich noch zum Einkaufen gegangen. Schon erstaunlich, was so ein ganz normaler Stadtrand-Supermarkt an der Wurst- und Fleischtheke zu bieten hat, verglichen mit dem dürftigen Angebot hiesiger Geschäfte (von ein paar teuren Ausnahmen in der Innenstadt Hannovers mal abgesehen).
Da gibt es fertige Leberspätzle, Leberknödel und Brätspätzle (für die Suppe), Leberkäse zum Selberaufbacken, ferner, für den exotischen Gaumen: Kutteln gemischt, Euter ganz, Euter in Streifen ... Und am Bäckerstand des selbigen Marktes gibt es richtig gutes Brot, wofür man hier weit fahren muss. Ach, Niedersachsen ... da ist noch viel, viel Nachholbedarf in Sachen Lebensqualität auf dem Lande.
P.S. Heute gibt's bei uns Leberspätzlesuppe - die Fleischsuppe kocht schon - und abends Leberkäs mit Semmel... hmmm.
SusanneM - 19. Mrz, 10:29
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es gibt ja vielerlei Süchte, aber die meines Sohnes ist doch ziemlich selten, glaub ich. Er ist nämlich ein Petersilien-Junkie. Das Kraut überlebt im Kühlschrank keinen Tag, es wird mitsamt dem Stängel roh gegegessen. Aber was ein echter Junkie ist, der versorgt ich selbst mit Nachschub, und so wächst hinter unserem Haus gerade eine Plantage heran. Da kann er dann im Frühling weiden.
SusanneM - 11. Mrz, 11:57
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der Aussterbenden Dinge:
D wie Dosenbier. Dank Herrn Trittin leider immer seltener zu finden, irgendwie schade, ich fand's kultig.
Und zu B ist noch nachzutragen: Bhagwan. Das Feindbild der 70er und 80er. Was wurden wir vor denen gewarnt, was kursierten für Schauergeschichten. Dabei fand ich die Bhagwan-Disco in Berlin ganz nett.
Gibts eigentlich noch welche von denen? Oder sind die nun alle bei Scientology?
SusanneM - 12. Feb, 16:03
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Seit gestern weht hier ein dermaßen sibirischer Ostwind, dass einem beim Rausgehen die Eingeweide frieren.
Angeblich sinds nur minus vier Grad, aber gefühlte Minus 24! Ich hasse das! Schlechter kann es da nur einer Freundin gehen, die gerade aus afrikanischen 34 Grad plus zurückgekommen ist. Tja, das nenn ich schlechtes Timing.
Apropos Eingeweide.
Gestern kamen etwa 30 Pakete an mit gefrorenem Hundefutter: Lauter leckere Sachen wie: Pferdefleisch, Kehlfleisch, Blättermagen, Pansen grün, Lefzen, Schlundfleisch usw.
Ein paar Pakete hab ich gleich zum Auftauen in der Küche gelassen. Leider sind alle männlichen Familienmitglieder etwas überempfindlich (auch tote Hasen und Tauben - so genanntes "Schleppwild" in der Tiefkühltruhe stießen schon auf Unmut). Als es zum Abendessen Gulasch gab, wurde misstrauisch im Essen herumgestochert. Heute gibt es Käsefondue, was alle mit großer Erleichterung registriert haben.
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... weiß man wahrlich zu schätzen, wenn es gilt, Erbstücke vom Staub und Schmier der Jahrzehnte zu befreien ...

SusanneM - 19. Dez, 18:45
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wieder kein Schwein!

SusanneM - 27. Nov, 16:06
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Gestern wurde ich wieder einmal daran erinnert, dass ich mich sozusagen im Exil befinde. Ich betrat die Bäckerei und bestellte ohne groß darüber nachzudenken zwei Stück vom Zwetschgendatschi. Brüllendes Gelächter hinter der Theke und die Frage, ob ich aus Österreich käme. Aber immerhin - verstanden haben sie's doch, die Nordlichter. Tja, Fremdsprachen sind doch immer wieder nützlich.
SusanneM - 21. Sep, 10:32
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